Empfehlung von David Liebenthal

Kuttner, Sarah: Mama & Sam

Meine Meinung:
Für mich war „Mama & Sam“ ein bisschen die Millenial-Antwort auf „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ von Martina Hefter. In Kuttners Stil war es natürlich im Ton „rotziger“, die Protagonistinnen keine (vermeintlich) abgeklärte Künstlerin, sondern ein überfordertes, traumatisiertes Mutter-Tochter-Duo. Es wird stärker auf Love Scamming als solches eingegangen, mit einem Nachwort aus Ratschlägen für Betroffene und Angehörige. Ein bisschen hat es allerdings gedauert, bis ich den Zeitsprünge vollkommen folgen konnte, aber die schwierige Situation, in der sich alle Beteiligten befinden, wird durch diese Erzählweise gut nachvollziehbar und eindrücklich geschildert. Als Millenial myself kann ich nur sagen: Liebs.

ISBN 978-3-10-397741-7, Verlag: S. Fischer, € 24,00

Inhalt laut Verlag:
Sarah Kuttner schildert in ihrem neuen Roman »Mama & Sam« eine Ausnahmesituation, wie es sie gar nicht selten gibt.
Eine Tochter steht in der Wohnung ihrer plötzlich verstorbenen Mutter. Die Mutter ist fort, ihre gesamten Ersparnisse auch. Was bleibt, sind Fragen: Warum ist die Wohnung so chaotisch, der Briefkasten so voll? Und wie ist es überhaupt möglich, seine eigene Mutter an einen Heiratsschwindler zu verlieren? 
Sarah Kuttner erzählt die Geschichte einer Frau, die Liebe suchte und auf einen Love Scammer traf. Die sich verliebte und die Augen verschloss. Die nichts zurückließ, außer einem schier endlosen Chat mit dem Betrüger. Vor allem aber ist es die Geschichte einer Tochter, die zurückbleibt, mit einer Leerstelle, wo einmal die Mutter war. 
Also liest die Tochter die Nachrichten, die nicht für sie bestimmt waren, liest Dinge über sich selbst, die sie nie wissen wollte. Und doch, ganz langsam, füllt sich die Leerstelle mit einer Nähe, wie sie beiden zu Lebzeiten nicht möglich war. 
Ein Roman über das Gefühl der Schuld, den Schmerz des Zurückbleibens, und die ungewollte Intimität eines Nachlasses.

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