Eine Meinung von David Liebenthal
Everett, Percival: Ausradiert
Meine Meinung:
Ich bin großer Percival Everett Fan. Ich habe „Erschütterung“, „Die Bäume“ und „James“ verschlungen und obwohl „Dr. No“ nicht ganz daran ankam, fand ich es immer noch sehr gut. Man sieht wahrscheinlich jetzt schon, worauf ich hinaus will: „Ausradiert“ hat mich enttäuscht. Am Anfang, so das erste Drittel, hatte ich viel Spaß und die Idee hat mich sehr begeistert, dann hat das Buch leider stark nachgelassen. Vielleicht liegt es daran, dass das Buch so viel älter ist, aber mir hat viel von Everetts Raffinesse gefehlt und der Witz war nicht so ausgeprägt wie in den anderen Büchern. Außerdem hat es mich von der Struktur stark an „Erschütterung“ erinnert, wodurch es mir unangenehmer Weise wie eine Wiederholung vorkam, obwohl die Kernidee eine andere ist. Ich glaube, das Buch würde mir besser gefallen, wenn es 50-100 Seiten kürzer wäre.
ISBN 978-3-446-28622-1, Verlag: Hanser, € 14,00

Inhalt laut Verlag:
Thelonious »Monk« Ellison ist Schriftsteller – und verzweifelt: Seine anspruchsvollen Bücher finden kaum Beachtung, während klischeebeladene »Ghettoromane« über Schwarze gefeiert werden. Aus Wut schreibt er selbst unter Pseudonym einen solch stereotypen, provokanten Roman mit dem Titel »Fuck«. Der Erfolg ist überwältigend. Doch mit dem Ruhm wächst auch das Chaos in Monks Leben. »Ausradiert« ist eine bissige, kluge Satire auf den Literaturbetrieb, kulturelle Erwartungen und die Frage, wer erzählen darf – und wie.