Empfehlung von David Liebenthal

Khider, Abbas: Der letzte Sommer der Tauben

Meine Meinung:
Abbas Khider erzählt in wunderbar klarer Sprache eine Geschichte rührende und mitreißende Geschichte. Wie oft bei Khider muss sich sein Held in einer Zeit politischen Umbrüche zurecht finden und wie oft in solchen Geschichten ist der Held noch sehr jung. Es gilt für ihn herauszufinden, wem er trauen kann, was man sagen kann und welche Verluste er zu erleiden hat. Khider beschreibt gekonnt die feinen Linien zwischen Unschuld und Kampfgeist, zwischen kindlichem Spiel und tödlichem Ernst. Ich war mir zu Beginn des Buches nicht ganz sicher, ob zu diesem Thema nicht schon zu oft erzählt wurden. Zum Glück ich konnte mich überzeugen, dass „Der letzte Sommer der Tauben“ eine wunderschöne, mitreißende und (leider) immer wieder aktuelle Geschichte ist, die zwar nicht vollkommen neu, aber auf jeden Falls lesenswert ist.

ISBN 978-3-446-28222-3, Verlag: Hanser, 24,00 €

Inhalt laut Verlag:
Eine mitreißende Parabel: Der große neue Roman von Abbas Khider – wie totalitäre Herrschaft in den Alltag dringt.
Noah ist vierzehn Jahre alt und Taubenzüchter. Eines Tages flattern seine geliebten Tiere unruhig durch die Lüfte, über der Stadt kreisen die Helikopter des Kalifats. Noah erlebt einen Sommer voller Umbrüche: Für seinen Vater muss er Frauenkörper auf Produktfotos schwärzen, sein älterer Bruder steigt zum Leiter einer Sicherheitsbehörde auf, seine Mutter und seine Schwester dürfen nicht mehr allein aus dem Haus – und bald schon steht das Leben seiner Tauben auf dem Spiel. Mit großer Zartheit und feinem Humor erzählt »Der letzte Sommer der Tauben« vom Verlust der Kindheit und vom Erwachsensein in einer von Willkür und Gewalt bestimmten Gesellschaft. Eine mitreißende Geschichte voller eindringlicher Bilder – ein großer neuer Roman von Abbas Khider, der als Junge selbst Taubenzüchter war.

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