Empfehlung von David Liebenthal

Geray, Angelique : Undercover unter Nazis

Meine Meinung:
„Undercover unter Nazis“ ist erschreckend, aufrüttelnd und sehr gut lesbar. Es ist deutlich, dass Angelique Geray nicht journalistische Erfahrung hat, sondern auch gut allgemein verständlich schreiben kann. Denn trotz des schweren Themas liest sich das Buch flüssig und sprachlich „leicht“. Die einzelnen Kapitel behandeln verschiedene Felder, die Geray als Investigativjournalistin undercover erlebt hat, wie Radikalisierung über social media und der Zugang zu rechten/rechtsextremen Jugendgruppen, sogenannte „Mädelsbünde“ und die Rolle von Frauen in gegenwärtigen rechten Bewegungen sowie Dating auf Plattformen, exklusiv für Weiße.
Manchmal hatte das Buch für mich manchmal die gleichen „Schwierigkeiten“ wie Autobiografien und Memoirs, nämlich die Betonung der eigenen Leistungen, die mir manchmal etwas vom eigentlichen Thema ablenkt – aber ich weiß, das ist ein „Ich-Problem“ und andere werden genau diesen persönlichen Ansatz bevorzugen.
Alles in allem ein sehr gutes, wichtiges Buch. Definitiv eine Leseempfehlung.

ISBN 9783455021448, Verlag: Hoffmann und Campe Verlag, 18,00 €

Inhalt laut Verlag:
Dieses Buch ist Weckruf und Sensation zugleich: Angelique Geray ist es gelungen, mehrfach in die inneren Kreise der rechtsextremen Szene einzudringen, wo sie unter höchster Gefahr recherchiert hat: auf Demonstrationen, bei Versammlungen, bei konspirativen Treffen, bis hin zu vermeintlichen Dates im Kerzenschein. Angelique Geray legt offen, wie die rechtsextreme Szene im Inneren funktioniert. Sie gibt tiefen Einblick in geheime Codes und Strukturen, enthüllt perfide Social-Media-Strategien und offenbart, mit welchen Mitteln die rechtsextreme Szene gezielt Nachwuchs rekrutiert. Ein investigatives Meisterwerk, für das die Autorin ein hohes persönliches Risiko eingegangen ist. >draußendrinnen<. Deshalb sind ihre Erkenntnisse so wertvoll. Ihr ist es gelungen, weil sie mehr wissen wollte und weil sie außerordentlich mutig ist. Danke. Und nochmals danke.« Günter Wallraff

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