Eine Meinung von David Liebenthal
Zischke, Vera: Ava liebt noch
Meine Meinung:
Ich habe „Ada liebt noch“ von Vera Zischke im Rahmen unseres örtlichen feministischen Buchclubs gelesen. Obwohl ich die Auswahl dort immer ganz gerne mag, konnte mich dieses Buch leider nicht so wirklich überzeugen. Vielleicht, weil ich inzwischen einfach bessere Bücher zu Mental Load, Care Arbeit und Mutterschaft gelesen habe. Bücher, die den Ausweg daraus nicht in einem neuen Mann zeigen, der dann auch noch auf problematische Weise 20 Jahre jünger ist. Ich denke, dass es nicht unbedingt notwendig ist, problematische Narrative zu übernehmen, um feministische Bücher zu schreiben. Dazu kommt, dass Ava selbst als Figur ziemlich zweidimensional bleibt, meiner Meinung nach und ihr Partner die interessante Entwicklung durch macht – obwohl er in anderen Beziehungen ähnliche Verhaltensweisen an den Tag legt, die bei Avas Mann abgelehnt werden.
Sprachlich ist das Buch okay, es ist flüssig und schnell lesbar. Aber es ist auch irgendwie komisch verschämt, wenn es um Sex geht, und neigt zu sehr blumigen Adjektiven.
ISBN 9783548073446, Verlag: Ullstein, 13,99 €

Inhalt laut Verlag:
‚Ich bin gerade mal 43 Jahre alt, die letzten zwölf davon war ich eingefroren.‘ Mutter werden und Frau bleiben.Über den Spruch kann Ava nur lachen. Ihr Leben wird schon seit Jahren komplett von der Familie bestimmt. Jetzt ist sie dreiundvierzig, das erste ihrer drei Kinder kommt in die Pubertät und ihr Mann macht Karriere. Und Ava? Funktioniert wie auf Autopilot. Als sie den neunzehn Jahre jüngeren Kieran kennenlernt, stürzt sie sich gegen alle Vernunft in eine Affäre. Zum ersten Mal seit langer Zeit erkennt sie die Frau wieder, die sie einmal war. Aber die heile Familie für ihr eigenes Glück opfern? Die Kinder dem Tratsch in der Kleinstadt aussetzen? Das kann Ava nicht. Und doch, die Liebe zu Kieran ist echt und die Sehnsucht nach Freiheit immer noch da.