Eine Meinung von David Liebenthal

NoiseCat, Julian Brave: Wir überlebten die Nacht

Meine Meinung:
Wer gerne mehr über die Residential Schools in Kanada lerne möchte, wird mit „Wir überlebten die Nacht“ nicht ganz das finden, was gesucht wird. Wer allerdings generell etwas über die indigene Bevölkerung Nordamerikas lernen möchte, über den Landraub und die transgenerationalen Traumata, sowie heutige rechtliche Bestreben und Situationen, kann aus dem Buch viel mitnehmen. Julian Brave NoiseCat erzählt angelehnt an indigene Erzähltraditionen die Geschichte seines Vaters und seiner Vorväter, die Auswirkungen der brutalen Assimilationsversuche durch die Weißen und die Bedeutungen alter Mythen für die heutige indigene Lebensweise. Ich persönlich habe mir etwas anderes erhofft, weil ich nicht so der große Fan von Memoiren bin, aber habe trotzdem einiges interessantes gelernt. Einige Kapitel hingegen fand ich etwas schwerfällig. Ich glaube, es bedarf einiges an Interesse und vielleicht ein bisschen Ausdauer um das Buch zu lesen, aber wer das mitbringt, wird viele Einblicke gewinnen.

ISBN 9783351039622, Verlag: Aufbau, 26,00 €

Inhalt laut Verlag:
Ein leuchtendes Zeugnis indigener Überlebenskraft und Hoffnung Auf den Spuren seiner Familie taucht Julian Brave NoiseCat tief in die Geschichte der First Nations Kanadas ein und findet heraus, dass sein Vater ein Überlebender der St. Joseph’s Mission ist. Basierend auf fünf Jahren Recherche und Reisen zeichnet ‚Wir überlebten die Nacht‘ ein tiefgründiges, unvergessliches Porträt indigener Wirklichkeit, das sich der Unsichtbarmachung, der systematischen Verdrängung, der Auslöschung und den intergenerationellen Traumata der First Nations widmet. Brillant verwebt NoiseCat persönliche Geschichten mit investigativem Journalismus und traditionellen indigenen Erzählformen. Dabei entsteht eine Rückeroberung – von Geschichte, Identität und familiärer Zugehörigkeit. Eine persönliche Wiederannäherung an einen Vater, der gegangen ist.

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